Kategorie Innovation & Technologie - 2. April 2020

Anpassung an den Klimawandel: Mehr als 5 Millionen Euro für Modellregionen

Regionale Lösungen für globale Herausforderungen  

Der Klimawandel ist eines der größten globalen Probleme, dessen Folgen tagtäglich offenbar werden und auch im kleineren Rahmen immer gravierender zu Tage treten. Österreich ist laut eines Berichts von Greenpeace im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark von der Erderwärmung betroffen. Für einzelne Regionen in jedem der Bundesländer hat dies unterschiedlich fatale Folgen. Eine Anpassung an die Auswirkungen durch den Klimawandel ist notwendig und muss adäquat erfolgen, um auf lange Sicht die hohe Lebensqualität im Land sichern zu können.

 

Das Förderprogramm KLAR! unterstützt österreichweit Regionen bei der Anpassung an den Klimawandel und setzt wichtige Impulse für die lokale Wirtschaft. Vom Retzer Land bis zum Vorarlberger Walgau – 39 heimische Regionen passen sich mit ganz konkreten Maßnahmen an den Klimawandel an. Für sie steht ab sofort ein Förderbudget in Höhe von 5,3 Millionen Euro, dotiert aus Mitteln des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK), zur Verfügung.

Die Folgen des Klimawandels sind in vielen Regionen bereits deutlich spürbar. Um mit Hitze, Starkregen, Ernteausfällen und anderen Konsequenzen des Klimawandels zurecht zu kommen, hat der Klima- und Energiefonds 2016 das Programm KLAR! Klimawandel-Anpassungsmodellregionen ins Leben gerufen.

Nachdem zunächst ein wissenschaftlich fundiertes Anpassungskonzept erarbeitet und teilweise bereits Maßnahmen umgesetzt wurden, geht es nun für 39 Regionen mit konkreten Projekten weiter. Sie legen Maßnahmen fest, um Gebäude und Straßen klimafit zu machen, die Trinkwasserversorgung zu sichern und um auf Extremwetterereignisse gut vorzubereitet zu sein. Auch die Information und Einbindung der Bevölkerung in den Regionen spielt eine wichtige Rolle. Dabei werden auch regionale Grenzen überschritten, Regionen vernetzen sich und teilen ihr Know-how. Und werden so zu Vorreitern für Klimawandelanpassung, wobei die Investitionen in den Klimaschutz immer auch als Investitionen in die Betriebe und Unternehmen vor Ort verstanden werden können.

Lernpotential für andere Regionen

„Konkrete Klimaschutzmaßnahmen bieten Chancen für die Menschen und für die Wirtschaft. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten sind Investitionen in den Klimaschutz auch eine wichtige Unterstützung für viele lokale Betriebe und Unternehmen“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Die ab sofort zur Verfügung stehenden fünf Millionen Euro flössen so direkt in die Regionen, sorgen für Wertschöpfung vor Ort und sichern nachhaltige Green Jobs.

© Klimafonds/Ringhofer

„Ob im Wintertourismus oder im Obstbau – wie gerade der Spätfrost zeigt – wir spüren den Klimawandel im ganzen Land. Dank der maßgeschneiderten Strategien werden die Folgen des Klimawandels vor Ort gemildert und wirksame Anpassungen vorgenommen“, ergänzt Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth. Bei der Umsetzung von Maßnahmen könnten die Regionen ihm zufolge viel voneinander lernen und zu Vorreitern für Energiewende, Klimaschutz und Klimawandelanpassung werden.

KLAR! ist das europaweit erste Programm zur Klimawandelanpassung und unterstützt österreichische Regionen bei diesem Unterfangen, um Wohlstand im ländlichen Raum abzusichern bzw. auszubauen. Mit Hilfe des Programms, das vom Klima- und Energiefonds 2016 in Kooperation mit dem BMK gestartet wurde, entwickeln Modellregionen in ganz Österreich ihr maßgeschneidertes Anpassungskonzept und regional abgestimmte Maßnahmen und setzen diese in weiterer Folge um. Seit dem Frühjahr 2018 implementieren die ersten Regionen die geplanten Maßnahmen, diese werden von 39 Regionen nun weiter vertieft. Mit diesem Förderprogramm ist Österreich europaweit Vorreiter in der regionalen Klimawandelanpassung und verbindet einen Bottom-Up-Ansatz mit den Zielen der nationalen Klimawandelanpassungsstrategie.

INFObox: Der Klima- und Energiefonds ist die Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft und entwickelt in enger Kooperation mit dem BMK Strategien und Förderprogramme für die nachhaltige Transformation des Energie- und Mobilitätssystems. Die Leuchtturmprojekte Elektromobilität beschäftigen sich umfassend mit Fragestellungen im Bereich der Fahrzeuge, der Infrastruktur aber auch der Anwender und Nutzer. Der Fokus liegt sowohl auf der Forschung und Entwicklung im Fahrzeugbereich als auch in der Vernetzung und Bündelung von bestehenden Initiativen.