Kategorie Verkehr - 24. Januar 2017

Digitale Vignette kommt: Das Ende für Kleben und Kratzen

Will man in Österreich Autobahnen und Schnellstraßen nutzen, muss man eine passende Vignette kaufen und auf der Innenseite der Windschutzscheibe anbringen. Dieses Maut-System gibt es in Österreich seit mittlerweile 20 Jahren. Was mit den Maut-Einnahmen passiert, erfahren Sie HIER. Ab dem kommenden Jahr hat das Kleben und Kratzen aber ein Ende – sofern man das möchte. Die Klebevignette wird um eine digitale Vignette erweitert. Sie wird denselben Preis und dieselbe Gültigkeit wie die klassische Vignette haben.

Der Verkauf der digitalen Vignette beginnt gleichzeitig mit dem für die Jahresvignette 2018: am 1. Dezember 2017. Aber wie funktioniert das neue System und welche Vorteile bietet es?

Kauf und Vorteile der digitalen Vignette

Der Kauf wird über die Homepage der ASFINAG und eine Smartphone-App möglich sein. Somit ist man als Autofahrerin oder Autofahrer in Zukunft nicht mehr an die Öffnungszeiten der Verkaufsstellen gebunden. Die digitale Vignette kann rund um die Uhr gekauft werden. Sie wird gemeinsam mit dem Kennzeichen des Fahrzeugs registriert. Hat man die digitale Vignette erworben, muss keine Klebevignette mehr im Fahrzeug angebracht werden.

Die digitale Vignette bietet außerdem einen zusätzlichen Vorteil für Besitzerinnen und Besitzer von Wechselkennzeichen, die zukünftig nur mehr eine digitale Vignette für ihre Fahrzeuge kaufen müssen.

Überprüft werden soll die digitale Vignette mittels automatischer Kennzeichenscanner, wenn auch nicht flächendeckend (derzeit sind neun Kamerasysteme in Verwendung). Diese vergleichen das Kennzeichen mit einer Datenbank, in der alle digitalen Vignetten eingetragen sind. Dabei werden nur Daten von Fahrzeugen ohne gültige Vignette zur Verrechnung der Ersatzmaut gespeichert. Ist auf das Kennzeichen eine Vignette registriert, werden die Daten sofort und unwiederbringlich gelöscht. Außerdem werden die Mautaufsichtsorgane weiterhin direkt auf der Autobahn kontrollieren, immer an unterschiedlichen Orten.

Übersicht: Das Streckennetz der ASFINAG. © ASFINAG

Übersicht: Das Streckennetz der ASFINAG. © ASFINAG

In den kommenden Monaten gilt es noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Für die Einführung der digitalen Vignette ist eine Änderung des Bundesstraßenmautgesetzes nötig. Die entsprechende Änderung ist Ende Jänner in Begutachtung gegangen. Der parlamentarische Prozess soll noch vor dem kommenden Sommer abgeschlossen sein. „Wir entwickeln das Mautsystem mit der digitalen Vignette zeitgemäß weiter. Wer nicht mehr auf der Windschutzscheibe kratzen und kleben will, hat nun eine bequeme Alternative“, so Verkehrsminister Jörg Leichtfried.

INFObox: Maut in Österreich: Die ASFINAG plant, finanziert, baut, erhält, betreibt und bemautet im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) das gesamte hochrangige Straßennetz in Österreich. Das sind rund 2.200 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen.