Kategorie Verkehr - 3. Mai 2018

eCall: schnellere Hilfe bei Unfällen

Leben retten durch moderne Kommunikationstechnik: Seit 31. März 2018 müssen neu genehmigte Autos mit einem elektronischen Sicherheitssystem ausgestattet sein, das im Fall eines ernsthaften Unfalls eine Leitstelle der Polizei alarmiert. Selbst im Falle der Bewußtlosigkeit des Lenkers, wird das System über den exakten Standort informiert und kann innerhalb von Minuten Rettungskräfte auf den Weg schicken. Dieses Service ist eine Erweiterung des Europäischen Notrufs 112, auch eCall genannt. Diese Regelung betrifft alle neu genehmigten Fahrzeugtypen der Klasse M1 und N1 – das sind alle Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht.

© Continental AG

Wie funktioniert der eCall?

Das automatische Notrufsystem eCall funktioniert mit einem Crashsensor oder über einen Notrufknopf. Bei einem Unfall wird der Crashsensor aktiviert und sendet ein Notsignal aus. Gleichzeitig werden wichtige Informationen an die Notrufzentrale übermittelt. So wird beispielsweise über Satellit die genaue Position des Fahrzeugs eruiert und an die alarmierten Rettungskräfte weitergegeben.

Durch den eCall können Einsatzkräfte schneller am Unfallort sein, denn oft entscheiden wenige Sekunden über Leben und Tod. Deshalb ist es wichtig, die Rettungskette so effizient wie möglich zu gestalten. Der eCall unterstützt Blaulichtorganisationen bei Hilfs- und Rettungsmaßnahmen, indem unter anderem Satelliten-Koordinaten des Unfallortes und die Fahrtrichtung des Fahrzeuges an die Leitstellen der Landespolizeidirektionen übermittelt werden.

Verkehrsminister Norbert Hofer begrüßt die Einführung von eCall als wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit: „Mit Hilfe moderner Technologien im Fahrzeug, aufgerüsteter Straßeninfrastruktur und strengerer Vorgaben ist die Anzahl an tödlich Verunglückten rückläufig. Fahrzeugassistenzsysteme unterstützen den Lenker bei der Vermeidung von Unfällen, können dennoch nicht jeden Unfall verhindern. Ausschlaggebend für effiziente Hilfe nach Unfällen sind die zeitnahe Meldung des Unfalls bei der zuständigen Einsatzzentrale, die zügige Alarmierung der Einsatzkräfte, sowie das rasche Eintreffen der Einsatzkräfte am Unfallort. Die Ausstattung eines Fahrzeuges mit eCall ermöglicht im Fall eines schweren Verkehrsunfalls automatisch einen Notruf an die einheitliche europäische Notrufnummer 112 und ermöglicht den genauen Standort des Unfallfahrzeuges anzuzeigen.“

EU-Initiative

Das Notrufsystem wurde im Rahmen der E-Safety-Initiative der Europäischen Kommission initiiert und verpflichtet alle Europäischen Mitgliedstaaten zur Entgegennahme des eCalls über die Notrufnummer 112. „eCall“ ist bei allen ab 31. März 2018 neu genehmigten Fahrzeugtypen vorgeschrieben – es gibt aber keine gesetzliche Verpflichtung für ein „Retro-Fitting“, also den nachträglichen Einbau für Fahrzeuge, die vor diesem Datum zugelassen wurden. Die Entgegennahme und Bearbeitung dieser Notrufe erfolgt seit 1. Oktober 2017 in den Landesleitzentralen der Landespolizeidirektionen.

Bei eCall wird höchste Datensicherheit garantiert. Der beim eCall an die Landesleitzentralen übermittelte Mindestdatensatz ist verschlüsselt und kann nur dort entschlüsselt werden. Der eCall-Dienst ist nicht darauf ausgelegt, dauerhaft Daten über das Fahrzeug und seine Position zu sammeln oder an Dritte zu übermitteln.