Kategorie Verkehr - 18. September 2019

Elf Projekte bei VCÖ-Mobilitätspreis Österreich ausgezeichnet

Firma Mahle heuer Gesamtsieger – 388 Konzepte eingereicht

Es ist natürlich kein Zufall, dass just während der europäischen Mobilitätswoche auch die VCÖ-Mobilitätspreise für Österreich vergeben werden. Von 2.923 teilnehmenden Städten und Gemeinden stellt Österreich mit 477 einen vergleichsweise großen Anteil an Initiativen, um eine Woche lang – und darüber hinaus – Alternativen im Verkehr vorzustellen, anzubieten, sowie die Öffis, das Zu-Fuß-Gehen und das Radfahren zu unterstützen. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten zeigen, wie einfach es ist, klimafreundlich unterwegs zu sein und wo es noch Handlungsbedarf gibt.

Auch die VCÖ-Mobilitätspreise heben entsprechende Möglichkeiten hervor und zeichnen Projekte und Ideen aus, die sich als nachhaltig für den Verkehr der Zukunft erweisen oder bereits bewährt haben. Wie kann die Klimabilanz des Verkehrs verbessert werden? Diese Frage stand im Fokus des heurigen Wettbewerbs, der in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und dem Umweltministerium (BMNT) sowie den ÖBB durchgeführt wird.

© ÖBB

Das betriebliche Mobilitätsmanagement von Mahle Filtersysteme wurde dabei als diesjähriger Gesamtgewinner beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich erkoren. Zehn weitere Projekte bei Österreichs größtem Wettbewerb für nachhaltige Mobilität ausgezeichnet. Dazu gehören unter anderem das Radhauptnetz der Stadt Salzburg, die Tram/Regionalbahn der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, Österreichs erstes vollelektrisches Müllfahrzeug der Wiener Abfallwirtschaft MA48 sowie das Mobility as a Service-Angebot von Whim in Helsinki.

Mahles Mobilitätsmanagement, ein Leuchtturmprojekt, welches vom Verkehrsverbund Kärnten in Partnerschaft mit den ÖBB Postbus koordiniert wird, überzeugte durch einen vollständig reformierten Werksverkehr. Die beiden Mahle-Werke in St. Michael ob Bleiburg haben rund 3.000 Beschäftigte. Der Anteil der Beschäftigten, die mit öffentlichem Verkehr oder Fahrrad zur Arbeit fahren, soll deutlich erhöht werden.

Das S-Bahnangebot wurde verbessert, der Diesel-Werkbus durch einen Elektrobus ersetzt und in den Linienverkehr des Verkehrsverbundes integriert, womit das Angebot auch von der Bevölkerung genutzt werden kann. Die Radverbindungen zum Betriebsstandort wurden verbessert, die Anzahl der Radabstellplätze wurde erhöht und für die Kombination Bahn – Fahrrad wurden am Bahnhof absperrbare Fahrradboxen eingerichtet.

Täglich gibt es in Österreich rund dreieinhalb Millionen Autofahrten zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause. „Betriebliches Mobilitätsmanagement ist ein sehr wirksames Instrument, um den Pendlerverkehr auf Klimakurs zu bringen. Wenn alle Betriebe Österreichs mit mehr als 100 Beschäftigten Mobilitätsmanagement umsetzen, dann kommen wir dem Klimaziel einen großen Schritt näher“, gratulierte VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak den Gewinnern.

 

Zehn weitere Projekte wurden in Wien ausgezeichnet. Der Sieg in der Kategorie Sharing ging an das floMOBIL der Stadtwerke Wörgl. Bereits in 15 Tiroler Gemeinden stehen in Summe 56 Elektro-Fahrzeuge zur Verfügung, von E-Autos über E-Fahrräder bis hin zu sogenannten Weezl (überdachte Elektro-Dreiräder). Die Kategorie Aktive Mobilität gewinnt die Stadt Salzburg für ihr Radhauptnetz. Die Stadt möchte damit den Radverkehrsanteil von 20 auf 24 Prozent erhöhen.

In der Kategorie Gütertransporte siegt das steirische Transportunternehmen Herbert Temmel, das alte Diesel-Lkw auf Lkw mit Elektro-Motor umrüstet. Ebenfalls Kategorie-Sieger sind die Tram/Regionalbahn der Innsbrucker Verkehrsbetriebe. Österreichs erstes vollelektrisches Müllfahrzeug, das von der MA 48 der Stadt Wien eingesetzt wird, siegte in der Kategorie Energie, Elektrifizierung und Technologie, Die HyCentA Research GmbH für die Forschung am Einsatz von Wasserstoff im Schienenverkehr in der Kategorie Forschung und wissenschaftliche Studien.

 

In der Sparte Digitalisierung werden zwei Projekte ausgezeichnet: Zum einen das AIT Austrian Institute of Technology für eine umfassende Ticketing-App, welche die zuverlässige Erhebung von Mobilitätsdaten – benutzte Verkehrsmittel, Umsteigepunkte und Fahrtrouten – automatisch und präzise ermöglicht. Zum anderen das Designstudio Wideshot Design, das durch den Einsatz von Virtual-Reality-Technologie geplante Veränderungen in der Straßengestaltung visualisiert. In der Kategorie Raumordnung gewann die Radnetzstudie für den steirischen Kernballungsraum, die vom Start-up Bike Citizens in Kooperation mit TU Graz und Land Steiermark umgesetzt wurde.

 

Der Sieg in der Kategorie Internationale Projekte geht nach Helsinki: Whim ist eine App, die alle öffentlich verfügbaren Mobilitätsangebote einer Region oder Stadt umfasst und die als Mobilitätspaket abonniert werden können – eine multimodale Sharing-Lösung, die den Besitz eines eigenen Autos obsolet mache.

apa/red

INFObox: Der VCÖ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Der VCÖ erhält Projektfinanzierungen durch die Öffentliche Hand. Einzelne Projekte des VCÖ werden von Bundesministerien – auch vom BMVIT -, den Bundesländern, Städten und Gemeinden unterstützt. Der VCÖ-Mobilitätspreis, Österreichs größter Wettbewerb für nachhaltige Mobilität, zeichnet vorbildlichen Mobilitätslösungen aus und präsentiert sie der Öffentlichkeit.