25. Februar 2019

NASA-Sonde InSight mit täglichem Wetterbericht vom Mars

Die Tiefsttemperaturen in der Marsebene Elysium Planitia lagen vergangenen Mittwoch bei minus 95 Grad Celsius

Wer wissen möchte, wie das Wetter auf dem Mars war, kann nun online nachschauen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA veröffentlicht ab sofort täglich Wetterberichte vom Roten Planeten, wenn auch mit einer kleinen Verzögerung.

Illustration zu den Instrumenten der Wetteraufzeichnung bei InSight. © NASA / jpl-caltech

Die aktuellsten Daten stammen vom vergangenen Mittwoch: Die Höchsttemperatur in der Marsebene Elysium Planitia, in der sich das NASA-Modul InSight befindet, lag bei knapp minus 13 Grad Celsius, die Tiefsttemperatur bei minus 95 Grad, der Wind blies mit maximal 62 Kilometern pro Stunde aus südwestlicher Richtung.

Don Banfield von der Cornell Universität in Ithaca, der die Wissenschaftsabteilung von InSight leitet, sagte: „Das gibt einem das Gefühl, einen außerirdischen Ort zu besuchen. Der Mars hat bekannte atmosphärische Phänomene, die sich deutlich von denen auf der Erde unterscheiden.“

Erforschung der Planetenstruktur

Das stationäre Modul InSight war am 26. November in der Marsebene Elysium Planitia gelandet und soll das Innere des Roten Planeten untersuchen. Der Lander hat neben seiner Wetterstation unter anderem einen Seismografen, eine Wärmeflusssonde eine Rammsonde, die bis zu fünf Meter tief in den Marsboden vordringen soll.

Der Name InSight steht für Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport. Die Erforschung der inneren Planetenstruktur soll Aufschlüsse über die frühe geologische Entwicklung des Mars vor 4,5 Milliarden Jahren liefern. Forscher hoffen, so auch neue Erkenntnisse über die Entstehungsprozesse der anderen Gesteinsplaneten des Sonnensystems zu gewinnen.

Nächste Mars-Sonde schon im Bau

Währenddessen wird am Jet Propulsion Laboratoty (JPL) der NASA bereits am nächsten Marsroboter getüftelt. Er soll sich in zwei Jahren zu InSight gesellen.

Mars 2020“ – so der Name der nächsten Mission – soll ähnlich wie ein geplantes europäisch-russisches Roboterauto, das dann ebenfalls landen soll – wieder auf der Marsoberfläche herumfahren können. Zu deren wichtigsten Aufgaben wird es gehören, die Materialproben einzusammeln und sie eines Tages zur Erde zurückzubringen . „Wir werden die Proben verpacken und ablegen. Sie einzusammeln, darum wird sich eine andere Mission kümmern müssen“, so Keith Comeau, Vize-Chefingenieur am JPL.

Nach der Marslandung ist also vor der Marslandung. Und Menschen, so prognostieziert NASA-Chef Bridenstine, würden vielleicht schon Mitte der Dreißigerjahre diesen Jahrhunderts auf der Marsoberfläche stehen.

apa/red

INFObox: Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) investiert jährlich rund 70 Millionen Euro in den Weltraumsektor. Unter Einrechnung der EU-Flagschiffprogramme Copernicus, Galileo/EGNOS und H2020 liegt Österreichs Beitrag bei etwa 100 Millionen Euro pro Jahr. Österreich finanziert Programme der ESA mit und ermöglicht österreichischen Betrieben so, sich für Aufträge im Rahmen der ESA-Missionen zu bewerben.