Kategorie Innovation & Technologie - 9. March 2018

Österreich klettert im europäischen Patent-Ranking weiter nach oben

Die steigenden Forschungsausgaben der Wirtschaft in Österreich befeuern offenbar die Patentaktivität der Betriebe: 2017 haben sie beim Europäischen Patentamt (EPA) 2.213 Patente angemeldet, eine neue Höchstmarke. Das Plus von 8,2 Prozent gegenüber 2016 ist der stärkste Zuwachs seit sieben Jahren, gab das EPA kürzlich bekannt. Nach Einwohnern gewichtet kommt Österreich damit beim EPA auf Rang 7.

Insgesamt wurden beim EPA im Vorjahr 165.590 Patente angemeldet, ein Plus von 3,9 Prozent. Die meisten Anmeldungen kamen dabei aus den USA (42.300; plus 5,8 Prozent gegenüber 2016), mit deutlichem Abstand gefolgt von Deutschland (25.490; plus 1,9 Prozent), Japan (21.712; plus 3,5 Prozent), Frankreich (10.559; plus 0,5 Prozent) und China (8.330; plus 16,6 Prozent). Auf Platz sechs folgt die Schweiz (7.283; plus 0,6 Prozent), auf Platz elf Schweden (3.728; 4,9 Prozent) und auf Rang zwölf Österreich. Zählt man nur die europäischen Länder, kommt Österreich auf Platz acht.

„Sie steigen und steigen und steigen. Die europäischen Patentanmeldungen aus Österreich werden jährlich mehr – und das nahezu ungebrochen seit mehr als zwanzig Jahren“, freut sich die Präsidentin des Österreichischen Patentamtes Mariana Karepova. Mit 2.213 Anmeldungen ist Österreich im europäischen Ranking um einen Platz weiter auf Platz 8 geklettert. Gemessen an der Einwohnerzahl belegt Österreich, wie schon im Vorjahr, den siebten Platz.

Wien mit größtem Zuwachs innerhalb Österreichs

Mit einem Plus von 8,2 Prozent ist Österreich bei Patentanmeldungen nach Dänemark das Land mit dem größten Zuwachs. Die positive Dynamik kommt vor allem aus den Bundesländern Wien (+20,2 Prozent), Oberösterreich (+15,3 Prozent) und der Steiermark (+5,2 Prozent). „Patente sind ein Tool zur Internationalisierung. Die Firmen halten ihre Patente dort, wo ihre Märkte sind“, erklärt Karepova. „Profis, wie der Patentkaiser Borealis, wissen das System zu nutzen. Die heimischen KMU und Start-Ups tun das aber noch zu wenig. Wir helfen ihnen dabei. Die ersten Schritte sind einfach. Sie müssen sie nur tun “, so Karepova weiter. Der Kunststoffhersteller Borealis führt nach 2017 auch heuer wieder das nationale Ranking beim Europäischen Patentamt an.

24 Prozent aller Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt stammen von KMU und Einzelerfindern. Im Vorjahr waren es noch 28 Prozent. Die Zahl der Anmeldungen von großen Unternehmen stieg hingegen um weitere 3 Prozent.

Als Reaktion auf die rasch wachsende Nachfrage habe das EPA seine Produktivität und Produktion weiter erhöht. Aufgrund dessen konnte das EPA mit 105.600 erteilten europäischen Patenten 2017 einen neuen Höchstwert verbuchen. „Die wachsende Nachfrage nach europäischen Patenten bestätigt Europas Attraktivität als führender Technologiemarkt“, erklärte EPA-Präsident Benoit Battistelli.

Sie sind Start-up-Gründerin oder -Gründer und haben Fragen zum Markenschutz? Sie wollen wissen, ob Ihre Marken-Idee wirklich einzigartig ist? Das Österreichische Patentamt hat einen digitalen Markenberater: Mit Albert kommt im Patentamt überhaupt der erste Chatbot im Bundesdienst zum Einsatz.

Service:

www.fb.com/patentbot
www.m.me/patentbot
www.patentamt.at/albert

INFObox: Das Österreichische Patentamt ist als nachgeordnete Dienststelle des bmvit (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie) die Zentralbehörde für den gewerblichen Rechtsschutz in Österreich mit Sitz in Wien. Im Patentamt kümmern sich über 200 Expertinnen und Experten um die Absicherung von Erfindungen, Mustern (Designs) und Marken.