Kategorie Verkehr - 30. Juli 2019

Prävention: Forscher des AIT entschärfen Motorrad-Risikostrecken

Mithilfe eines datensammelnden Hightech-Motorrades analysieren Forscher des AIT Austrian Institute of Technology und der Technischen Universität (TU) Wien die Gefährlichkeit beliebter heimischer Motorradstrecken. Das Forschungsprojekt soll Straßenerhaltern dabei helfen, Gefahrenstellen zu identifizieren und zu entschärfen.

Außerdem können die so gewonnenen Erkenntnisse mit jenen Daten abglichen werden, die mittels Mess-Pkw oder Mess-Lkw erfasst werden und liefern somit einen entscheidenden Beitrag zur Hebung der Verkehrssicherheit. Das Ziel besteht darin, Unfälle zu verhindern, bevor es dazu kommt.

Das MoProVe (Motorcycle Probe Vehicle) wurde entwickelt, um Ursachen für Motorradunfälle besser zu verstehen. © AIT

Für ihre Erkundungsfahrten auf stark frequentierten Strecken setzen die Forscher vom AIT-Center for Mobility Systems und dem Institut für Mechanik und Mechatronik der TU Wien auf eine umgebaute straßenzugelassene KTM 1290 Super Adventure.

Die eingebauten Sensoren und Videosysteme zeichnen den Zustand des Bikes zu jeder Zeit auf. Während den Ausfahrten werden Daten zu Fahrdynamik, Fahrlinie und Streckenführung gesammelt. Zusammen mit Informationen zum Wetter, Verkehrsaufkommen und Streckenumfeld werden die Daten dann mit Machine-Learning-Methoden analysiert.

So soll Sicherheit objektiv messbar werden, sagte Peter Saleh vom AIT. Die Wissenschaftler verglichen ihre Ergebnisse mit den Unfallstatistiken der vergangenen Jahre „und es zeigt sich, dass wir auf einem sehr guten Weg sind, Risiken vorab zu errechnen“, erklärte Saleh.

Die Forscher sind zuversichtlich, im Rahmen des Projekts zukünftige Unfallentwicklungen vorherzusehen und damit für Motorradfahrer besonders gefährliche Abschnitte präventiv sicherer zu machen.

Zielsetzungen

  • Motorrad-Fahrdynamikforschung
  • Erfassung spezifischer Fahrmanöver
  • Erforschung der Interaktion zwischen Motorrad und Straßenoberfläche
  • Vergleich der Fahrdynamik
  • Validierung der serienmäßig im Fahrzeug verbauten Sensorik
  • Motorrad-spezifische Sicherheitsüberprüfungen
  • Vergleich mit Infrastrukturdaten von den Mess-PKW/LKW auf derselben Strecke

Technische Daten/Sensoren

  • KTM 1290 Super Adventure
  • Sensoren: VBOX (Racelogic; Beschleunigungsmesser, dGPS, IMU); 2D Datenlogger; Lenkwinkelsensoren (Entwicklung: TU Wien)
  • VBOX Videosystem

https://www.youtube.com/watch?v=pMbKZ6P7W2I

INFObox: Das AIT – Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Es ist unter den europäischen Forschungseinrichtungen der Spezialist für die zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft, insbesondere auch für Cyber Security. Das BMVIT hält als größter Eigner 50,5 Prozent des AIT, die andere knappe Hälfte halten ein Konsortium aus Firmen der Industrie, Energieversorger, Banken und Versicherungen sowie Interessenvertretungen.