Kategorie Innovation & Technologie - 8. Mai 2020

Pulitzer-Preis für Klima-Reportage mit Sonnblick-Observatorium im Zentrum

Für ihre multimediale Klima-Serie 2 °C: Beyond the Limit über Auswirkungen extremer Temperaturen ist die Washington Post mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Im Mittelpunkt eines Artikels steht das Sonnblick-Observatorium der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), wo in 3.100 Meter Seehöhe seit 1886 gemessen und geforscht wird. Es zählt mittlerweile zu den bedeutendsten Gipfelobservatorien der Erde, ist Teil der weltweit wichtigsten Messnetze und Stützpunkt für jährlich rund 40 nationale und internationale Projekte aus Forschung und Anwendung. In der Begründung der Pulitzer-Jury wurde die wissenschaftliche Klarheit der Reportage hervorgehoben.

Herausragender Forschungsstandort Sonnblick: Das Observatorium der ZAMG liegt auf über 3100 Meter Höhe in den Hohen Tauern in Salzburg. © ZAMG/Christian Schober.

Im Herbst 2019 recherchierte ein Journalisten-Team der Post für die Serie „2 °C: Beyond the Limit“ und stießen dabei auf die seit 1886 bestehende Messreihe des Sonnblick-Observatoriums der ZAMG. Sie kontaktierten daraufhin Elke Ludewig, die Leiterin des Sonnblick-Observatoriums.

„Sie waren schon bei unserem ersten Gespräch sehr gut über das Observatorium informiert und fasziniert von der Geschichte und der exponierten Lage in nahezu freier Atmosphäre auf einem Alpengipfel in 3100 Meter Seehöhe“, erinnert sich die Leiterin des Sonnblicks. „Auch dass am Sonnblick Änderungen des Permafrosts gemessen werden und das Observatorium selbst gegen das Auftauen des Gesteins gesichert werden muss, passte gut zur Geschichte über Messungen und Folgen des Klimawandels.“

 

Reportage von Klimawandel-Hotspots

Das Ziel des Artikels war es, die heutige Realität des Klimawandels aufzuzeigen, die „Washington Post“ berichtete dazu von mehreren Hot Spots der Erde und verarbeitete umfangreiche Datensätze, um die Erwärmung der Erde und die Änderung des Klimas verständlich darzustellen. Für Ludewig zeigt der Bericht zudem auch die internationale Bedeutung des Observatoriums. „Der Pulitzer-Preis ist da noch mal ein i-Tüpfelchen drauf. Es zeigt wie bedeutend das Thema ist und wie wertvoll die Erhaltung, Fortsetzung und der Ausbau des Observatoriums sind.“

© ZAMG

Das Observatorium gehört zu den weltweit 40 hochwertigsten GAW-Stationen der Weltorganisation für Meteorologie. GAW (Global Atmosphere Watch) überwacht die chemische und physikalische Zusammensetzung der Atmosphäre, berichtete die ZAMG. Weiters ist es in den Netzwerken VAO (Virtual Alpine Observatory) zur effiziente Erforschung der Alpen und INTERACT, das der Erforschung und dem Monitoring der Arktis und alpiner Regionen dient.

Die Gewinner der Pulitzer-Preise wurden zum 104. Mal bekanntgegeben. Aufgrund der Coronakrise war die eigentlich für den 20. April geplante Veranstaltung zuvor um zwei Wochen verschoben worden. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist. Diesmal verzichtete man auf eine Zeremonie, die Gewinner wurden stattdessen per Livestream auf der Plattform YouTube bekannt gegeben.

apa/red