Kategorie Verkehr - 27. Juni 2019

Reiseverkehr: Tipps für den Start in die Sommerferien

Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein…Nach der Zeugnisvergabe gehen am Freitag die westlichen und südlichen Bundesländern auch in die Sommerferien. Sommer, Sonne, Ferienverkehr: Mit Beginn der Ferienzeit stehen weiterhin einige der verkehrsintensivsten Tage auf Österreichs Transitstrecken an – sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene – und neben den österreichischen Bundesländern beginnen just in einigen deutschen ebenfalls die großen Ferien.

Die Ruhe vor dem Sturm? Diese Liegen in Jesolo werden auch heuer nicht unbenutzt bleiben. © pixabay

So ist auch in einer zweiten Reisewelle mit regem Verkehr auf den Hauptverbindungen in Richtung Süden zu rechnen. Zusätzliche Verzögerungen werden aufgrund von zwei Großveranstaltungen erwartet. Zum Einen ist es das Electric Love Festival in Plainfeld, Salzburg, das von Donnerstag bis Samstag stattfinden wird: Dazu werden die meisten Besucher über die Westautobahn (A1), die Enzersberg-Landesstraße (L117) und die Wolfgangsee-Straße (B158) anreisen.

Zudem findet am Sonntag, dem 7. Juli, der 21. Iron Man in Kärnten statt. Für den Radbewerb werden aus Sicherheitsgründen zahlreiche Straßen rund um den Wörthersee gesperrt. Auch Abfahrten der Südautobahn (A2) sind betroffen. Der ÖAMTC empfiehlt allen, die nicht zur Veranstaltung wollen, den Wörthersee großräumig zu umfahren und empfiehlt generell, die beiden Veranstaltungen mit der Bahn anzusteuern.

Mit der Bahn in den Urlaub

Die Bahn fährt aber nicht nur als Festival-Express, sondern bietet angenehme Anreisen für so gut wie alle Urlaubs-Destinationen im Inland und im weiteren Umkreis Österreichs – klimaneutral wohlbemerkt.

Mit Ende des Monats starten wieder tausende SchülerInnen in die wohlverdienten Sommerferien 🏖 Damit ihr alle entspannt…

Gepostet von Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) am Dienstag, 25. Juni 2019

 

Die ÖBB erhöhen an reiseintensiven Wochenenden regelmäßig die Kapazitäten in ganz Österreich, damit man nach einem anstrengenden Schuljahr einfach schnell und bequem in die wohlverdienten Ferien kommen kann. Trotz 11.000 zusätzlicher Sitzplätze wird empfohlen, vor Reiseantritt eine Sitzplatzreservierung vorzunehmen.

Dem Zusatzangebot mit Sonderzügen und längerer Wagenreihe sind trotzdem Grenzen gesetzt: So darf kein Zug länger sein als der kürzeste Bahnsteig, um sicheres Ein- und Aussteigen zu gewährleisten, zwischen den Bahnhöfen müssen die Züge außerdem Mindestabstände einhalten, weswegen die Anzahl der Sonderzüge ebenfalls limitiert ist, ist von den ÖBB zu erfahren.

Auch das Sommerticket der ÖBB ist als attraktives Angebot für junge Menschen bis 25 erneut im Programm. Damit kann im Zeitraum von 30 Tagen durch ganz Österreich per Bahn gereist werden.

Nightjet – Mit dem Zug durch die Nacht

Um dem saisonalen Verkehrsverdruss zu entkommen haben die ÖBB eine weitere Einzigartigkeit in petto: Während in vielen europäischen Ländern die Nachtzugverbindungen sukzessive abgebaut werden, kommen bei der Österreichischen Bahn immer mehr Verbindungen in den Nacht-Fahrplan.

Nach dem Motto Der Urlaub beginnt schon bei der Anreise erreicht man per Nightjet das Ziel am Morgen ausgeruht und entspannt – meist direkt im Zentrum einer europäischen Metropole.

Fest steht in jedem Fall, ob Zugfahrt des Nachts oder des Tages: Die Bahn ist mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel in Österreich, auch für den Weg ans Urlaubsziel.

Auf nach Italien

Auch für jene, die nicht in Genuss einer Bahnfahrt kommen sollten und sich per Auto in den Familienurlaub aufmachen, haben wir etliche Tipps in petto. Was erwartet einen samt Auto in Italien, das traditionell zu den Lieblingsreisezielen der Österreicher und Österreicherinnen im europäischen Ausland gehört? Auch aus Deutschland werden heuer wieder viele Familien nach Bella Italia aufbrechen und dafür die österreichischen Transitstrecken frequentieren.

© apa

Die österreichische Brennerautobahn ist dafür eine der wichtigsten Strecken. Viele deutsche und nordeuropäische Urlauber, aber auch zahlreiche Österreicherinnen und Österreich machen sich auf dieser Route auf dem Weg von und nach Italien. Dort herrscht nun eine besondere Situation: Das Land Tirol verhängte erstmals Fahrverbote, um auf dem niederrangigen Straßennetz nach den Autobahnausfahrten im Großraum Innsbruck, Kufstein und Reutte das Stau- und Maut-Ausweichen zu unterbinden.

Die Maßnahme soll an allen Wochenenden von Samstag um 7 Uhr bis Sonntag um 19 Uhr und auch an verlängerten Wochenenden gelten – und zwar bis Mitte September und für jeden und jede. Ausgenommen sind Autofahrerinnen und Autofahrer, die direkt nach Innsbruck oder in die umliegenden Dörfer wollen, so die Auskunft des Landes Tirol. Die Fahrverbote gelten für den gesamten Verkehr, ob Auto, Lkw oder Motorrad.

Auch das Land Salzburg geht diesen Sommer gezielt gegen den Ausweichverkehr bei großen Staus auf der Tauernautobahn (A10) vor. Zwischen 13. Juli und 18. August werden bei Bedarf erstmals einzelne Autobahnabfahrten entweder komplett gesperrt oder bleiben nur für den Ziel- und Quellverkehr offen.

Wo gelten die Fahrverbote? Ein Ausweichen auf niederrangige Straßennetze ist für Durchreisende in Tirol im Großraum Innsbruck mit den Ausfahrten zwischen Hall und Zirl auf der Inntalautobahn (A12), bei Patsch und bei Gries am Brenner auf der Brennerautobahn (A13) sowie in den Bezirken Reutte und Kufstein verboten. Die Brennerbundesstraße selbst ist von den Verboten nicht betroffen. In Salzburg rund um den Walserberg wird das Ausweichen bei Bedarf ebenfalls eingeschränkt.

Wer über die heimischen Autobahnen hinaus Strände und Dolce Vita mit dem Auto sorgenfrei genießen möchte, ist zudem gut beraten, einige italienische Regelungen im Straßenverkehr unbedingt zu beherzigen:

Tabuzone Innenstadt

Beim Besuch historischer Stadtzentren wird angeraten, nicht ohne Genehmigung in verkehrsberuhigte Zonen, die sogenannten Zone traffico limitato (ZTL), mit dem eigenen Pkw zu fahren. Sollte man dabei erwischt werden, drohen mindestens 80 Euro Strafe. Befindet sich das gebuchte Hotel innerhalb einer dieser ZTL, bittet man am besten rechtzeitig das dortige Personal, eine Sondergenehmigung zur Einfahrt zu beantragen. Vorsicht: Die Zonen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar und Geldstrafen werden in diesem Fall bis nach Österreich verfolgt.

© apa

Mautstationen

An italienischen Mautstationen gibt es je nach Bezahlart verschiedene Spuren, in die man sich im Fließverkehr einreihen muss. Landet man aus Versehen in einer falschen Spur oder funktioniert die Bezahlung nicht, sollte man auf keinen Fall zurückschieben, da ansonsten nicht nur eine hohe Geldstrafe, sondern im schlimmsten Fall sogar ein Fahrverbot droht. Stattdessen sollte man in diesem Fall besser den Notrufknopf am Automaten verwenden. Bei fehlgeschlagenen Zahlungen (mancato pagamento) ist unbedingt eine Servicestelle (punto blù) aufsuchen. Eine Nachzahlung von zu Hause könnte empfindlich teurer werden.

Licht an!

Am Tag gilt für alle Motorradfahrer auf allen Straßen sowie für Autofahrer und Autofahrerinnen auf Autobahnen und außerhalb von Ortsgebieten: Licht An!

Warnweste bei Pannen & am Rad

Hat man in Italien eine Panne oder einen Unfall, müssen alle Personen, die das Fahrzeug verlassen, eine Warnweste tragen. Radfahrer und Radfahrerinnen sind ebenfalls verpflichtet, eine Warnweste zu tragen, wenn sie nachts außerhalb des Ortsgebiets oder durch einen Tunnel fahren.

Tempolimits

Auf Landstraßen darf man in Italien maximal 90 km/h fahren, auf Schnellstraßen 110 km/h und auf Autobahnen maximal 130 km/h. Für Führerscheinneulinge gelten innerhalb der ersten drei Jahre nach Führerscheinerwerb auf Autobahnen 100 km/h und auf Schnellstraßen 90 km/h.

Strafen nicht ignorieren

Strafzettel in Italien und genrell im Gebiet der EU sollten auf keinen Fall ignoriert werden. Offene Strafen aus Italien können auch in Österreich exekutiert werden – fünf Jahre lang und sogar auch bei der Wiedereinreise. Immer beachten: Schwarz-gelbe Bodenmarkierungen bedeuten Parkverbot.

Durch den Ferienbeginn in drei  deutschen Bundesländern dürfte sich am Freitag oder am Wochenende vermehrter Transitverkehr besonders auf der Brennerautobahn (A13), der Inntalautobahn (A12) und der Fernpassstraße (B179) abspielen.

Warten an Grenzen, Bau- und Mautstellen

Am ersten Ferienwochenende gab es mit dem Formel-1-Rennen in Spielberg ein zusätzliches Großereignis – für Fans und Urlaubende ein weiterer Staufaktor, der in den Routenplanungen unbedingt zu berücksichtigen war.

Nun bleiben die Hauptstaupunkte die Bereiche vor Bau- und Mautstellen. Änderungen dazu gibt es auf Autobahnen in Slowenien und Italien. Grenzkontrollen werden vor allem im Rückreiseverkehr eine große Rolle spielen. Vor allem an den Grenzübergängen Kufstein/Kiefersfelden in Tirol und am Grenzübertritt Walserberg in Salzburg wird auch heuer mit Wartezeiten zu rechnen sein.

Vor dem Start in den Urlaub außerhalb Österreichs sollten man sich generell mit den geltenden Vorschriften im jeweiligen Land auseinandersetzen.

In Salzburg gibt es bei Bedarf bei langen Staus auf der Autobahn verordnete, temporäre Fahrverbote etwa in den Gemeinden Grödig und Wals. Im Bedarfsfall ist geplant, auch die Autobahnabfahrten der A10 Puch-Urstein (in Richtung Norden) und Kuchl (Richtung Süden) für wenige Stunden komplett zu sperren.

Damit diese Maßnahmen in Salzburg nur in Ausnahmefällen verfügt werden müssen, wird an der Grenzstelle Walserberg noch im Juli eine dritte Abfertigungsspur errichtet.

Der Ferienbeginn in Ost-Österreich, heuer schon am letzten Juniwochenende, läuft erfahrungsgemäß noch relativ ruhig ab. Mit dem Ferienbeginn im West- und Südösterreich und der ersten größeren Reisewelle aus Deutschland, dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfahlen, an den ersten beiden Juliwochenenden wird sich das Verkehrsaufkommen sukzessive steigern und mit dem Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg am letzten Wochenende im Juli seinen Höhepunkt erreichen.

Im Rückreiseverkehr wird es an den ersten beiden September-Wochenenden deutlich enger, wenn zuerst kommen Ostösterreicher, Slowaken und Polen aus dem Urlaub zurück, dann werden West- und Südösterreicher, Bayern und Baden-Württemberger für letzte Spitzen der Reisewellen sorgen.

„Aus Slowenien gibt es gute und schlechte Nachrichten: Einerseits wurde die Autobahn vor dem slowenisch-kroatischen Grenzübergang südlich von Ptuj fertig gestellt. Andererseits werden einige Mautstellen auf A1, A2 und A5 abgebaut. Hier entstehen Nadelöhre“, so Erika Dworak vom ÖAMTC.

In Italien wird eine 40 Kilometer lange Baustelle auf der Autostrada A4, der Hauptverbindung zwischen Venedig und Triest, zwischen Palmanova und Portogruaro zu Verzögerungen führen. Im Juli gibt es auch zwei Nachtsperren am Autobahnkreuz A4/A23 südlich von Udine. In Südtirol wird einmal mehr die Brenner-Route belastet sein, Hauptstaupunkt: die Mautstelle Sterzing.

Digitale Streckenmaut

Allen, die auf dem Weg in den Urlaub schneller durch die Mautstellen möchten, bietet die ASFINAG die Digitale Streckenmaut (vormals Videomaut) an. Damit können Kundinnen und Kunden Reisezeit einsparen, wenn sie etwa an der Tauern oder Brenner Autobahn die Mautstellen passieren.

Einfach schon vor der Fahrt im ASFINAG-Webshop über die Website oder die App Unterwegs das Ticket kaufen, das Kennzeichen eingeben und die Durchfahrt für die gewünschte Strecke freischalten. An der Mautstelle erkennen Kameras das registrierte Kennzeichen und der Schranken öffnet sich automatisch.

Um Wartezeiten zu verringern, sorgt die ASFINAG auch heuer wieder dafür,  dass die Mautstellen St. Jakob, Schönberg, St. Michael, Gleinalm, Bosruck und beim Karawankentunnel an den starken Reisewochenenden personell immer voll besetzt sind.

Passagierrechte

Vor der Reise sollte man sich bereits über seine Rechte als Passagier und Fahrgast erkundigen. Im letzten Jahr gab es einen Anstieg der Beschwerden, besonders den Flugverkehr betreffend. Insgesamt gab es vergangenes Jahr 61 Prozent mehr Beanstandungen, was einen Rekord bedeute. Eine besondere Herausforderung für die apf, die für heuer einen erneuten Anstieg der Beschwerdefälle erwartet.

Sie sind von einer Verspätung oder Annullierung betroffen? Sie haben keine befriedigende Informationen erhalten? Unsere Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) hilft Ihnen, wenn Sie eine Beschwerde gegen ein Flug-, Bahn-, Bus-, oder Schiffsunternehmen haben.

Die apf ist eine unabhängige Schlichtungsstelle für den Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr. Ist keine direkte Lösung mit dem Unternehmen möglich, verhilft Ihnen die apf kostenlos und provisionsfrei zu Ihrem Recht und Ihrer Entschädigung. Egal ob es sich um eine Verspätung, Annullierung, Nichtbeförderung bzw. Überbuchung oder keine Information handelt.

Grundsätzlich haben Fahrgäste gemäß den nationalen und EU-Fahrgastrechten im Bahnverkehr jedenfalls folgende Rechte bzw. Pflichten:

Im Bahnverkehr vermittelt die apf zusätzlich auch etwa bei Problemen im Zusammenhang mit Buchungen, Strafzahlungen (z. B. für fehlende Tickets), Erstattungen von (z. B. nicht genutzten) Fahrkarten sowie beschädigtem oder verlorenem Gepäck. Darüber hinaus hilft die apf im Flugverkehr auch bei Problemen hinsichtlich der Erstattung bei Herabstufung (Downgrade) in eine niedrigere Klasse als ursprünglich gebucht (z. B. von Business Class in die Economy Class).

Zoll: Das ist zu beachten

Bei Reisenden herrscht oft Unsicherheit über die Art, die zulässige Menge und den Wert der Waren, die nach Österreich eingeführt werden dürfen. Um durch Unwissenheit bedingte Verstöße gegen Zollbestimmungen zu vermeiden, informiert das Bundesministerium für Finanzen (BMF) über Einfuhrbeschränkungen und -verbote. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Tipps im Umgang mit Urlaubssouvenirs und Aufklärung über geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie die Risiken beim Kauf von gefälschten Produkten.

Einreise aus EU-Staaten: Waren für den persönlichen Ge- oder Verbrauch dürfen eingeführt werden, ohne in Österreich Zoll und sonstige Abgaben zu bezahlen. Ausnahmen bestehen generell für neue Fahrzeuge, Tabakwaren und alkoholische Getränke. Einreise aus Nicht-EU-Staaten: Grundsätzlich müssen Waren ab einem Wert von 300 Euro verzollt werden. Bei Flugreisen gilt eine zollfreie Obergrenze von 430 Euro, sofern die Waren nicht gesonderten Einfuhrverboten oder -beschränkungen unterliegen. Für Reisende unter 15 Jahren verringern sich diese beiden Freigrenzen auf 150 Euro (unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel). [/otw_shortcode_info_box

Generell ist ratsam, die Rechnung der gekauften Ware dabei zu haben – das gilt auch für teure und neuwertige Geräte, wie etwa Kameras, die man bereits auf die Reise mitnimmt. Mögliche Unannehmlichkeiten bei der Einreise lassen sich so vermeiden bzw. schneller aufklären. Lebensmittel – speziell Fleisch- und Wurstwaren oder Milchprodukte – dürfen aus bestimmten Ländern nur in beschränktem Umfang in die Europäische Union eingeführt werden.