Kategorie Innovation & Technologie - 18. Juni 2015

Satellit „Sentinel“ mit heimischer Technik an Bord


APA/APA (epa)/PETER KNEFFEL

Mit „Sentinel-2A“ startet in der Nacht auf Dienstag (23. Juni) der zweite Umweltsatellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms „Copernicus“ ins All. Wie schon bei „Sentinel-1A“ hat auch der zweite „Wächter“ – so die deutsche Übersetzung – Systeme aus Österreich an Bord. Ziel der Gesamt-Mission ist es, Daten über die Beschaffenheit der Erde zu sammeln.

Bei „Copernicus“ handelt es sich um eine Initiative der EU, der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten EUMETSAT. Damit wird die kontinuierliche Umweltbeobachtung der Missionen ERS-1, ERS-2 und ENVISAT fortgesetzt.

Vielfältige Aufgaben

Die neue Satelliten-Flotte soll Land- und Meeresoberflächen überwachen, Klimaveränderungen beobachten, Meereis kartieren, frühzeitig vor Erdrutschen warnen, Veränderungen in der Flächennutzung darstellen und damit Daten auch für wirtschaftliche Anwendungen in der Land- und Forstwirtschaft, Raum- und Städteplanung oder für das Katastrophen-Management liefern. Die erhobenen Daten sollen öffentlich zugänglich sein und sind vor allem für Wissenschafter interessant. Auch österreichische Forscher arbeiten an der Aufarbeitung der Informationen.

Bis 2021 werden insgesamt fünf neue „Sentinels“ ins All gebracht. Nach dem Start des ersten Geräts im April 2014 wird nächste Woche nun der zweite Satellit mit einer VEGA-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana aus abheben.

Herzstück des „Sentinel-2A“ ist eine Kamera, die Aufnahmen vom sichtbaren bis hin zum kurzwelligen Infrarotbereich des Spektrums machen kann. Aus einer Umlaufbahn in knapp 800 Kilometern Höhe wird damit jeder Punkt der Erde innerhalb von fünf Tagen mindestens einmal erfasst und abgebildet. Der Zwillings-Satellit „2B“ soll dann Anfang 2016 folgen.

RUAG Space mit dabei

Für die Entwicklung und den Bau der beiden Satelliten zeichnet ein Industriekonsortium unter der Führung des Raumfahrtunternehmens Airbus Defence and Space verantwortlich. Mit an Bord ist auch der Raumfahrtzulieferer RUAG Space Österreich, mit über 200 Mitarbeitern die größte heimische Firma im Bereich Weltraumtechnik.

Aus Österreich kommen die weltraumtauglichen GPS-Empfänger, mit denen sich die Satelliten im All orientieren, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung mit. Dazu nützen die Sonden die Signale des US-Satellitennavigationssystems GPS. Mit den in Wien entwickelten Empfängern können Empfangssignale auf zwei unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig verarbeitet werden. Außerdem liefert die Firma die Thermalisolation für das Laserkommunikations-Terminal.

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