Kategorie Innovation & Technologie - 2. January 2018

WAALTeR lädt zum Mitmachen ein

Alleine zuhause und rund um die Uhr umsorgt: Altersgerechte Hilfe für ein selbstbestimmtes Leben in Form von elektronischen Assistenzsystemen (AAL) machen es in Zukunft möglich. Schon im Jahr 2050 wird es in Europa doppelt so viele über 65-Jährige geben wie im Jahr 2000 und damit steigt auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen. Viele Seniorinnen und Senioren wollen ihren Lebensabend lieber in den eigenen vier Wänden verbringen als in einem Heim. Oft werden diese aber aus Angst vor Unfällen wie Stürzen oder wegen anderer Probleme im Alltag aufgegeben.

Moderne Technologie kann hier helfen, dass ältere Menschen zu Hause leben können und sich somit Unabhängigkeit bewahren. Diese altersgerechte Hilfe für ein selbstbestimmtes Leben in Form von elektronischen Assistenzsystemen – unter dem Fachbegriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) zusammengefasst – bietet zusätzliche Sicherheit und Unterstützung in ihrer individuellen Lebenswelt.

Moderne Lösungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Entsprechende Forschungsprojekte werden im Progamm „IKT der Zukunft: benefit – demografischer Wandel als Chance“ vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) gefördert. Das Programm unterstützt die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die auf die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen abzielen. „Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Daher werden schon jetzt Lösungen entwickelt, die den Menschen im Alltag unterstützen. Die Technik soll dort ankommen, wo sie gebraucht wird. Das geht nur gemeinsam mit den Älteren, die in den Prozess mit einbezogen werden“, so Kerstin Zimmermann, benefit-Programmverantwortliche.

Das elektronische Equipment ist in die Wohnumgebung integriert und assistiert Seniorinnen und Senioren, etwa bei der Übermittlung von Gesundheitsdaten an die Hausärztin oder den Hausarzt. So auch WAALTeR – der Name steht für Wiener AAL TestRegion.

Wiener AAL-Projekt WAALTeR

Das von der Smart City Wien Agentur – UIV Urban Innovation Vienna GmbH koordinierte Projekt kombiniert vorhandene technische Lösungen zu einem auf die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren abgestimmten System, das soziale Interaktion, Sicherheit, Gesundheit und Mobilität im Alltag fördert. „Dabei sollen Anwendungen so zu einem System kombiniert werden, dass sie einfach in der Handhabung sind und ohne Vorkenntnisse verwendet werden können“, erklärt Projektkoordinatorin Julia Sauskojus.

 

Um Technologien anzubieten, die den Bedürfnissen der Testpersonen entsprechen, finden laufend Veranstaltungen mit Interessierten statt. Die Ergebnisse daraus sind der Ausgangspunkt für die Gestaltung der Systemlösung, an der bereits intensiv gearbeitet wird. „Besonders groß war das Interesse der Seniorinnen und Senioren an der Sturzerkennung sowie an den Tablet-Funktionen und am Nachbarschaftsnetzwerk“, gewährt Sauskojus Einblick in die bisherigen Erhebungen.

Für Interessierte: Auch im Jänner gibt es noch die Möglichkeit sich persönlich zu informieren oder die bereits eingerichtete Musterwohnung in Wien-Floridsdorf zu besichtigen. Im Rahmen der Info-Cafés erfahren Sie mehr zum Projekt WAALTeR sowie zu den angedachten Diensten und Technologien. Sie haben die Möglichkeit, Geräte und Apps an Info-Stationen auszuprobieren.

Insgesamt werden in Wien 83 Testhaushalte mit den aufeinander abgestimmten Technologien ausgestattet (geplanter Start: ab März 2018). Darüber hinaus werden 35 Haushalte ohne WAALTeR-Technologie in regelmäßigen Abständen befragt. Das ist wichtig, um die Wirkung des WAALTeR-Systems verlässlich beurteilen zu können. Nach 18 Monaten berichten die Teilnehmenden (Interessierte können sich noch anmelden) über ihre Erfahrungen mit den elektronischen Helferchen im Alltag.

SERVICE: Die kommenden Termine für die Info-Veranstaltungen finden Sie auf der WAALTeR-Website.

INFObox: Im Zentrum des Förderungsprogramms „benefit – demografischer Wandel als Chance“ des bmvit steht die Bewältigung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen durch Forschung, Technologie und Innovation im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Seit 2012 fördert das bmvit in IKT der Zukunft neue IKT-Lösungen und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter.