Kategorie Innovation & Technologie - 13. April 2018

Team EcoSat gewinnt 1. österreichischen CanSat-Wettbewerb

 

Gewinnerteam darf sich nun mit den Besten Europas messen

Seit gestern Nachmittag darf sich das Team der Höheren technischen Lehranstalt Ybbs „Österreicherischer CanSat-Meister 2018“ nennen. Der erstmalig in Österreich veranstaltete Wettbewerb hatte zum Ziel, einen funktionierenden Satelliten in Getränkedosengröße zu bauen. „“Klemens Fischl, Maximilian Hierner, Florian Leonhartsberger, Alexander Fraisl und Tobias Strondl haben großartige Arbeit geleistet und dürfen sich nun vom 28. Juni bis 1. Juli 2018 auf den Azoren bei der CanSat-Europameisterschaft der ESA (Europäische Weltraumagentur) mit den besten Satellitenbauerinnen und -bauern Europas messen““, gratulierte Weltraumminister Norbert Hofer den Prämierten. Höhepunkte des Events waren die erfolgreichen Raketenstarts in Schärding. Der Österreich-Bewerb wurde vom European Space Education Resource Office Austria (ESERO Österreich) gemeinsam mit dem TU Space Team ausgerichtet. „

 

Der CanSat-Wettbewerb

CanSats sind Satelliten in der Größe einer Getränkedose. Je nach Erfordernissen einer Mission, können sie mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden. Mittels einer Trägerrakete werden die Minisatelliten spektakulär bis zu 750 Meter hoch in den Himmel geschossen und dann abgeworfen. Während des Sinkfluges zurück zum Boden, messen Sensoren Temperatur und Luftdruck und übermitteln diese Werte an eine Bodenstation. Aus den erhobenen Luftdruckwerten werden Höhe und Fallgeschwindigkeit ermittelt, aus den Messdaten zur Temperatur wird ein Temperaturprofil erstellt. Gebaut werden die CanSats von Schülerinnen und Schülern, wobei jedes CanSat-Team aus maximal sechs Mitgliedern besteht.

Simulation einer echten Weltraummission

Um eine CanSat-Mission erfolgreich abzuschließen, müssen die Teams alle Phasen einer echten Weltraummission durchlaufen: Planung der Mission, Konstruktion des Satelliten, Tests der einzelnen Komponenten und des Gesamtsystems und nicht zuletzt auch die Durchführung der Mission unter Realbedingungen. Die Aufbereitung und Auswertung der Daten und die Präsentation der Ergebnisse folgen schließlich im letzten Schritt. Während der ganzen Mission sind nicht nur die technischen Fähigkeiten jedes und jeder Einzelnen gefragt, sondern es werden zudem Soft Skills wie Teamarbeit und interdisziplinäres Denken trainiert.

CanSat-Projekte sind dadurch wunderbar im problembasierten Lernen anzusiedeln. Ein Ansatz, bei dem Schüler durch aufeinanderfolgende Herausforderungen vor offene Probleme gestellt werden. Angefangen vom CanSat-Design, über Komponentenintegration, den korrekten Betrieb, Programmierung, Kalibrierung und Test der Komponenten sowie Überprüfung bis zu den Startvorbereitungen und der anschließenden Datenanalyse, werden die jungen Wissenschaftler durch die Verteilung der Aufgaben gefordert im Team zusammenzuarbeiten.

 

Geringe Kosten der Umsetzung, kurze Vorbereitungszeit und Einfachheit des Designs im Vergleich zu Raumfahrtprojekten, machen CanSat zu einem beliebten Bildungsprojekt. Da Raumfahrtforschung interdisziplinär ausgerichtet ist, bietet die Anwendung von Raumfahrttechnik im Schulunterricht eine breite Palette von attraktiven Themen.

Das ESERO Österreich

Das Weltrauministerium (bmvit) gründete 2015 gemeinsam mit der ESA das ESERO Österreich. Die österreichische Zweigstelle dieses europaweiten Netzwerks befindet sich im Ars Electronica Center in Linz. Mit gezielten Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie speziellen Unterrichtsmaterialien werden die Faszination für das Thema Weltraum vermittelt und junge Mädchen und Burschen für Naturwissenschaft und Technik begeistert. Der CanSat-Wettbewerb, der künftig jedes Jahr in Österreich veranstaltet werden soll, trägt dazu maßgeblich bei.

INFObox: Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) investiert jährlich rund 70 Millionen Euro in den Weltraumsektor. Unter Einrechnung der EU-Flagschiffprogramme Copernicus, Galileo/EGNOS und H2020 liegt Österreichs Beitrag bei etwa 100 Millionen Euro pro Jahr. Österreich finanziert Programme der ESA mit und ermöglicht österreichischen Betrieben so, sich für Aufträge im Rahmen der ESA-Missionen zu bewerben.