Kategorie Innovation & Technologie - 3. Juni 2016

Technisches Museum nimmt in Sonderschau urbane Zukunft ins Visier


APA/APA/OTS (Technisches MuseumWien)

Nicht weniger als einen Blick auf „Die Zukunft der Stadt“ wagt die erste Sonderausstellung im neuen dreistöckigen Einbau in der Energiehalle des Technischen Museums Wien (TMW). Ab 9. Juni können Besucher in die erste dezidiert in die technologische Zukunft gerichtete Schau des Hauses eintauchen, wie Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky am Freitag bei der Präsentation erklärte.

Die „Landmark der Ausstellung“ bildet laut Zuna-Kratky der markante dreistöckige 60 Tonnen schwere Stahleinbau inklusive Aufzug in der Energiehalle, der nach Plänen des Architekturbüros „propeller z“ entstanden ist. Insgesamt haben das TMW und das Infrastrukturministerium (BMVIT) hier rund 3,5 Mio. Euro zu gleichen Teilen investiert. Die aktuelle Schau ist der erste Teil einer bis ins Jahr 2021 reichenden Kooperation mit dem Ministerium. Unter dem Motto „weiter_gedacht“ werden noch zwei Ausstellungsprojekte folgen, so etwa ab Herbst 2018 eine Schau zum Thema „Industrie 4.0“, erklärte die Direktorin.

Anregungen zur urbanen Zukunft können sich Interessierte aber nicht nur auf den neuen 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der Stahlkonstruktion holen. Alles in allem werden 1.000 Quadratmeter mit dem umfassenden Thema neu bespielt.

Moderne Großstadt

Mit „Die Zukunft der Stadt“ will man das weite Feld „der modernen Großstadt und ihrer Diversität“ zeigen und gleichzeitig auch „einen Einblick in die Forschungslandschaft Österreichs“ geben, so Zuna-Kratky. Den Ausstellungsgestaltern des TMW und diverser Partner aus Wirtschaft und Forschung gehe es nicht darum, ein Bild davon zu entwerfen, wie die urbane Zukunft tatsächlich aussehen könnte, sondern die Problemlösefähigkeit und Innovationskraft von Ballungsräumen darzustellen. Das erklärten die Kuratorinnen Elisabeth Limbeck-Lilienau und Martina Griesser-Stermscheg am Rande der Veranstaltung der APA.

Am Eingang zum Einbau steht daher die gesellschaftspolitische Dimension von Stadt und zunehmender Verstädterung im Mittelpunkt. In der ersten Etage möchte man ein Gefühl für Größe und sinnvollen Zugängen zur Nutzung von Wohnraum vermitteln, so Limbeck-Lilienau. Dort läuft auch ein „Live-Forschungsprojekt“ zum Thema Pflanzenwachstum in geschlossenen Räumen, das von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien durchgeführt wird.

Eine Ebene höher dominiert das Thema Stadtentwicklung: Herzstück dieses Teils ist ein interaktives Modell des Wiener Stadtentwicklungsgebiets „Seestadt Aspern“ – Abmessungen: drei mal fünf Meter. Man könne hier die Seestadt quasi weiterentwickeln, sagte Zuna-Kratky.

Andere „Stadt“-Zugänge

Der Fokus richtet sich aber auch auf Zugänge zu „Stadt“ unter ganz anderen Lebensumständen, wie etwa im Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien. Hier zeige sich eindrücklich, dass das Bereitstellen von Grundstrukturen zum Wohnen alleine nicht ausreiche und wie die Flüchtlinge dort auf kreative Weise Schritt für Schritt aus dem Lager eine Art Stadt machen, erklärte Limbeck-Lilienau. Auf der letzten Etage lädt ein großer Bildschirm zur Auseinandersetzung mit vielfältigen Visualisierungen von Daten zu verschiedensten Aspekten einer Stadt.

Ein weiteres Highlight der Schau ist eine 10-Personen-Seilbahn-Kabine der Vorarlberger Firma Doppelmayr, die jenen der „Linea Roja“ in der bolivianischen Hauptstadt La Paz gleicht. Dort setzt man einen neuen Ansatz zur urbanen Personenbeförderung mittels österreichischer Seilbahntechnik um. Die TMW-Besucher können die Fahrt vom Vorort El Alto bis zum Hauptbahnhof im Stadtzentrum nun auch virtuell in Wien machen.

Service: Die Ausstellung „Die Zukunft der Stadt“ ist ab 9. Juni im Technischen Museum Wien zu sehen. Internet: http://www.technischesmuseum.at