Kategorie Verkehr - 21. July 2016

Unfall-Studie: Routine als gefährlicher Beifahrer


APA/APA (ZOOM-TIROL)

Routine ist ein gefährlicher Beifahrer: Der überwiegende Teil von Autobahn-Unfällen mit verletzten oder getöteten Personen, die von österreichischen Pkw-Lenkern verursacht werden, ereignet sich im Nahbereich des Wohnortes. Das belegt eine wissenschaftliche Studie über alle Unfälle mit Personenschaden der Jahre 2012 bis 2014, berichtete die Asfinag.

Der Autobahnbetreiber hat diese Arbeit im Zuge der Verkehrssicherheits-Kampagne „Fair lenken – an andere denken!“ in Auftrag gegeben. Unter der Leitung von Wolfgang J. Berger vom Institut für Verkehrswesen der BOKU Wien wurden auch die Unfall-Örtlichkeiten und die Herkunft der Unglückslenker unter die Lupe genommen. Da der genaue Wohnort der jeweiligen Unfallverursacher nicht bekannt ist, nahmen die Wissenschafter an, dass er in aller Regel im Kfz-Meldebezirk liegt.

Ein Fazit: Pkw-Unfälle ereignen sich überwiegend im Nahbereich des Wohnortes. Unfallverursacher haben den Autobahn-Unfall zu fast 40 Prozent in nur bis zu 25 Kilometer Entfernung zum Hauptbezirksort ausgelöst. Bei einer Entfernungsannahme von 50 Kilometern sind es gar schon mehr als 60 Prozent. Und bereits vier von fünf Unfällen mit Pkw-Beteiligung auf Autobahnen werden von ihren Lenkern in einem Umkreis von 100 Kilometern zum Hauptbezirksort ausgelöst.

„Unaufmerksamkeitsblindheit“

Diese auffällige Häufung von verschuldeten Unfällen im nahen Umfeld des Meldeortes ist ein Hinweis darauf, dass es sich bei den Unfall-Verursachern um ortskundige Personen handelt, lautet das Resümee. Ein maßgebender Faktor dürfte also die „Unaufmerksamkeitsblindheit“ sein, die sich bei regelmäßigen Routinefahrten auf gewohnten, bestens bekannten Strecken gerne einstellt.

In etwas abgeschwächter Form gilt diese Annahme auch für Lkw-Unfälle auf Autobahnen, berichtete die Asfinag. 30 Prozent der Unfälle wurden in der Nähe des Hauptbezirksortes des Unfallverursachers registriert, fast zwei Drittel innerhalb eines Radius von 75 Kilometern. Bei 100 Kilometer Entfernung zum Bezirkshauptort sind es knapp 75 Prozent.